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    Colors of Love – Die sechs Liebesstile

    Ich persönlich steh’ total auf die romantische Liebe. Aber längst nicht jede Partnerschaft basiert darauf. Menschen drücken ihre Gefühle gegenüber dem geliebten Menschen ganz unterschiedlich aus. Bei der romantischen, spielerischen und besitzergreifenden Liebe ist die Leidenschaft angesprochen. Unter die Kategorie Freundschaft fällt die freundschaftliche, selbstlose und pragmatische Liebe. Beide Aspekte – sprich Leidenschaft und Freundschaft – sind wichtige Punkte für eine zufriedene und glückliche Beziehung.

    Bereits in den 70er-Jahren hat der kanadische Soziologe John Alan Lee in seinem Buch „Colors of Love“ versucht, die unterschiedlichen Formen der Liebe zu kategorisieren. In seinem Buch hat er sechs Liebesstile definiert, die ich euch gerne vorstellen möchte. Vielleicht erkennt ihr euch in einem davon wieder?

    Erinnert ihr euch an Sabine aus Berlin? Damit sie sich auf eine Beziehung einlässt, muss ihr Partner über ein gewisses Sozialprestige und genügend finanzielle Mittel verfügen. Hierbei handelt es sich um die pragmatischen Liebe, auch Coaching Liebe (PRAGMA) genannt. Die Wahl des Partners basiert auf Vernunft und man erhofft sich von der Partnerschaft gewisse Vorteile und eine gesicherte Zukunft.

    Tausendmal berührt, tausendmal ist nix passiert, tausend und eine Nacht und es hat Zoom gemacht… Anders formuliert – wenn aus Freundschaft Liebe wird. Bei der freundschaftlichen Liebe (STORGE) stehen die gemeinsamen Interessen und Gewohnheiten im Vordergrund. Solche Partner haben wenig Streit. Vertrauen und Sicherheit haben einen hohen Stellenwert. Wahre Liebe kann ohne echte freundschaftliche Gefühle nicht möglich sein.

    Bei der selbstlosen Liebe (AGAPE) steht das Wohl der geliebten Person über dem eigenen Wohlergehen. Eine solche Liebe ist geprägt durch Hilfsbereitschaft, ja sogar bis hin Opferbereitschaft. Für den geliebten Menschen ist man bereit, wenn nötig, alles zu tun, damit es ihm gut geht. Das eigene Glück kommt oft erst an zweiter Stelle. Für solche Menschen ist echte Partnerschaft ohne gegenseitige Fürsorge nicht vorstellbar. Die Art der Liebe ähnelt jener Liebe, die Eltern für ihre Kinder empfinden.

    Bei der spielerischen Liebe (LUDU) steht die sexuelle Freiheit und Ungebundenheit im Vordergrund. Ein neuer Partner vermittelt das Gefühl, sexuell attraktiv zu sein. Bei diesem Beziehungstyp geht es weniger um eine langfristige Bindung sondern mehr um eine heisse Liebesaffäre. Hierbei kann es auch vorkommen, dass jemand zur gleichen Zeit mehr als nur eine Affäre hat. Seitensprünge werden dem Partner verschwiegen, um diesem nicht unnötig zu verletzen.

    Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft. Die besitzergreifende Liebe (MANIA) ist vor allem durch Eifersucht gekennzeichnet. Eine solche Beziehung ist durch emotionale Höhen und Tiefen geprägt. Der Partner als Mittelpunkt des eigenen Lebens. Wenn es in der Beziehung nicht gut läuft, färbt sich das auf alle anderen Lebensbereiche ab. Durch die ständige Angst, den Partner zu verlieren, neigen Menschen dieser Liebeskategorie dazu, zu klammern. Ein Leben ohne den Partner ist nicht denkbar und auch nicht lebenswert.

    Na klar, es gibt sie doch – die romantische Liebe (EROS). Glück gehabt. Bei diesem Liebesstil steht das Gefühl der Verliebtheit im Vordergrund. Typisch für diesen Stil sind Leidenschaft und sexuelle Zuneigung. Der Partner wird körperlich als sehr attraktiv wahrgenommen. Bei dieser Liebe wünscht man sich, dem Partner nahe zu sein. Man will vom Partner alles erfahren und ihm viel von sich selbst mitteilen. Liebe auf den ersten Blick kann dieser Kategorie zugeordnet werden. Wenn der Partner abwesend ist, empfindet man starke Sehnsucht. Dieser Liebesstil findet sich bei Männern übrigens häufiger als bei Frauen.

    In der Praxis ist es selten, dass in einer Beziehung nur einer der sechs Liebesstile vorkommt. Häufig mischen sich in einer Partnerschaft mehrere Liebesstile und Beziehungen verlaufen in den wenigsten Fällen nach einem starren Muster. Menschen verändern sich und damit verändert sich oft auch die Partnerschaft. Unterschiedliche Liebesstile zwischen Partnern können eine Beziehung belasten oder aber ergänzen. Für den Partner kann es hilfreich sein, wenn er versteht, warum ein anderer Liebesstil für den Anderen wichtiger ist.

    Romantik, Leidenschaft, Freundschaft oder finanzielle Sicherheit – was ist dir in einer Partnerschaft besonders wichtig? Wir freuen uns auf eure Meinung und Kommentare.

     

    Bildquelle: Peggy Ahwesh, USA 1994

     

     

     

     

     

     

     

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